Pinot Noir belegt rund 38 Prozent der Rebfläche in der Champagne und ist damit die meistangebaute Sorte. Die dünnhäutige rote Traube liefert Struktur, Körper und intensive Aromen, die Rosé-Champagner seinen unverwechselbaren Charakter verleihen. Wichtigstes Anbaugebiet ist die Montagne de Reims, wo Grand-Cru-Dörfer wie Bouzy, Ambonnay und Verzenay Trauben von außergewöhnlicher Qualität erzeugen.
Aromacharakter und Beitrag zur Rosé-Cuvée
Pinot Noir bringt Noten von Kirsche, Himbeere und roten Johannisbeeren in den Grundwein. Reifere Ausprägungen entwickeln Aromen von Pflaume, Gewürzen und feinen Waldaromen. Bei der Rosé d'assemblage-Méthode wird aus Pinot Noir ein stiller Rotwein aus der Champagne erzeugt, der dem weißen Grundwein in einem Anteil von fünf bis zwanzig Prozent zugesetzt wird. Dieser Rotweinanteil bestimmt nicht nur die Farbe, sondern auch den Körper und die Tiefe des fertigen Rosé-Champagners.
Kalkböden und Reifebedingungen
Die Kreideböden der Montagne de Reims speichern Feuchtigkeit und geben sie kontrolliert ab. Das verleiht dem Pinot Noir eine élégante Mineralität, die im Champagner spürbar bleibt. Auf etwa 15 000 Hektar im gesamten Champagner-Gebiet bestockt, zeigt die Rebsorte auch in der Côte des Bar im Süden intéressante Ergebnisse: dort entstehen kräftigere, bisweilen etwas rustikal wirkende Grundweine, die für gerbstoffreiche Rosé-Cuvées mit Alterungspotenzial genutzt werden.









