Ein Millésime-Rosé-Champagner entsteht ausschließlich aus den Trauben eines einzigen Erntejahres. Das Appellation-Recht verlangt mindestens 36 Monate Hefelagerung für Jahrgangschampagner; die meisten großen Häuser übertreffen diese Mindestanforderung deutlich. Nur wenn Qualität und Witterung eines Jahres außergewöhnlich gut sind, deklariert ein Kellermeister einen Millésime – im Schnitt nur drei bis vier Mal pro Jahrzehnt.
Was macht einen guten Rosé-Jahrgang aus?
Für Jahrgangs-Rosé-Champagner sind reife, farbstoffreiche Pinot Noir-Trauben aus warmen, ausgeglichenen Jahren entscheidend. Der Jahrgang 2008 gilt heute als eines der größten Champagner-Jahrzehnte überhaupt: kühle Sommer, perfekte Erntebedingungen und sehr hohe Säurewerte garantieren außergewöhnliche Frische und Langlebigkeit. 2012 und 2015 werden von Kennern ebenfalls hoch eingeschätzt. Auch 2002 und 1996 stehen für Rosé-Jahrgänge, die auch nach zwei Jahrzehnten noch begeistern.
Millésime versus Nicht-Jahrgangschampagner
Der Unterschied zwischen einem Millésime-Rosé und einem Nicht-Jahrgangschampagner liegt nicht allein in der Qualität, sondern im Konzept. Nicht-Jahrgangschampagner streben nach einem gleichbleibenden Hausstil durch Assemblage verschiedener Jahrgänge. Ein Millésime hingegen spiegelt den einzigartigen Charakter seines Erntejahres wider – Stärke und Schwäche inbegriffen. Prestige-Cuvées wie Dom Pérignon Rosé oder Bollinger Rosé werden stets als Jahrgangschampagner angeboten und zählen zu den sammelwürdigsten Flaschen der Weinwelt.









